Rundgang im Nebengebäude

Die Tenne

Während im Glockenhaus vor allem der geistige Hintergrund des Malerhandwerks dargestellt ist, zeigt die über die Straße gelegene Tenne vor allem die Technik der letzten Jahrhunderte.

Bei dem „Tenne” genannten Gebäude handelt es sich um eine mit Reet eingedeckte Scheune aus dem Jahr 1649, die ursprünglich in Kirchwerder in der Heinrich-Osterath-Straße 179 in einem bäuerlichen Ensemble stand. Dort wurde sie schon 1942 unter Denkmalschutz gestellt, denn mit seiner mächtigen Fachwerkkonstruktion aus Eichenholz zählt das Gerüst zu den ältesten erhaltenen aus den Vier- und Marschlanden.

Die Scheune wurde als Zweiständerbau mit Dachbalkenzimmerung und Vollwalmen errichtet. Der vordere Walm über der „Grootdör” als so genannter Überhang. Auf dem Sturzbalken über der Tür ist die Jahreszahl ANNO 1649 eingeschnitzt.

1986 wurde die Scheune gegenüber dem Glockenhaus wieder aufgebaut und diente zunächst als Lager für das Denkmalschutzamt. Im Jahre 2001 wurde die leer geräumte Tenne dem Maler- und Lackierer-Museum zum Ausbau und zur späteren Nutzung überlassen.

Die ehemaligen Stallungen und Lagerräume links und rechts der Mitteldiele sind jetzt unsere Kabinette für einzelne Themen der Handwerksgeschichte.

Die Tenne wurde im Juni 2002 zur Erweiterung des Museums eingeweiht.

Fahrzeuglackierung

In der eigentlichen Tenne steht ein Gesellschaftswagen von 1840, auch Punschbowle genannt. Die Kutsche ist mit farbigen Blumenranken bemalt und wurde vom Grafen Schimmelmann in Auftrag gegeben und benutzt.

Der Wagen legt ein Zeugnis von dem großartigen handwerklichen Können der Wagenlackierer ab.

Aus dem Beruf des seit Ende des 17. Jahrhunderts existierenden Wagen- oder Kutschenlackierers entwickelte sich nach der Erfindung des Automobils der heutige Fahrzeuglackierer. Wurden früher Kutschen prachtvoll gestaltet, so wird heute besonderer Wert auf eine makellose Lackoberfläche gelegt.

 

S.W. 2012

Nebengebäude/ Tenne

Nebengebäude/ Tenne 6)

Schild Tenne

 

Bauernmalerei von Walter Elwert

Bauernmalerei von
Walter Elwert 6)